Fermentieren Dont’s: Die häufigsten Fehler & wie du sie vermeidest

Fermentieren ist unkompliziert – wenn ein paar wichtige Details stimmen. Frisches Gemüse, saubere Gläser, die richtige Salzmenge und ein Glasgewicht helfen dabei, typische Probleme zu vermeiden. In diesem Guide findest du praktische Fermentieren Tipps für Einsteiger:innen: von der Vorbereitung und dem Einschichten bis zur Lake, Temperatur und Lagerung.


Bei der natürlichen Fermentation wandeln Milchsäurebakterien Zucker im Gemüse in Milchsäure um. Je nach Zutaten und Zubereitung können in nicht erhitzten fermentierten Lebensmitteln lebendige Kulturen enthalten sein. Fermentierte Lebensmittel werden oft im Zusammenhang mit Darmflora und Darmmikrobiom diskutiert – dieser Beitrag macht jedoch keine konkreten Gesundheitsversprechen, sondern zeigt, worauf es bei der Zubereitung ankommt.

Die wichtigsten Fermentieren-Don’ts

Die häufigsten Fehler beim Fermentieren sind meist vermeidbar: Zutaten und Zubehör sorgfältig vorbereiten, nach Rezept arbeiten und das Gemüse unter der Lake halten. Hier kommen die wichtigsten Don’ts – und direkt dazu, was du stattdessen tun kannst.

Glas und Gemüse richtig vorbereiten

Don’t: Beschädigtes oder verdorbenes Gemüse verwenden

Nur frisches, festes und unbeschädigtes Gemüse gehört ins Glas. Matschige, faulige oder angeschimmelte Zutaten lassen sich nicht durch Fermentieren „retten“.

Besser: Kontrolliere das Gemüse vor der Verarbeitung sorgfältig. Kleine, klar begrenzte Druckstellen kannst du großzügig entfernen; Gemüse mit fauligen Stellen oder Schimmel solltest du aussortieren.


Don’t: Glasrand und Deckelbereich verschmutzt lassen

Gemüse- oder Gewürzreste am Glasrand, am Gewinde, an Dichtungen oder rund um das Gewicht können mit Luft in Kontakt kommen. Auch Lake, die beim Befüllen über den Rand läuft, sollte nicht dort stehen bleiben.

Besser: Kontrolliere den Rand vor dem Verschließen und wische ihn mit einem sauberen Tuch ab. Reinige auch Gewinde, Dichtung und den Bereich rund um das Gewicht sorgfältig.


Don’t: Das Glas zu voll machen

Während der Fermentation entstehen Gase, und die Lake kann steigen. Ist das Glas bis zum Rand gefüllt, kann Flüssigkeit austreten oder Gemüse in Richtung Deckel gedrückt werden.

Besser: Halte dich an die Füllhöhe im Rezept und lasse ausreichend Platz nach oben. Wie viel Freiraum nötig ist, kann je nach Rezept und Glas variieren.


Don’t: Ungeeignete Gewichte verwenden

Ein beliebiger Stein, Deckel oder Küchengegenstand ist nicht automatisch für den direkten Kontakt mit Lebensmitteln geeignet – und passt möglicherweise nicht sicher ins Glas.

Besser: Nutze ein dafür geeignetes Glasgewicht. Die Hammered Mason Jars haben eine breite Wide-Öffnung und lassen sich mit dem passenden Wide Zubehör kombinieren.

Mason Jars & hilfreiches Zubehör

Gemüse und Gewürze richtig einschichten

Don’t: Kleine Gewürze erst ganz oben einfüllen

Pfefferkörner, Senfkörner, Koriandersamen oder Fenchelsamen sind leicht und können nach oben schwimmen. Ragen sie aus der Lake, kommen sie mit Luft in Kontakt.

Besser: Gib kleine Gewürze zuerst auf den Boden des Glases oder verteile sie zwischen den Gemüseschichten. So liegen sie eher geschützt unter dem Gemüse und dem Gewicht.


Don’t: Kleine Stücke ohne zusätzliche Schutzschicht beschweren

Fein geschnittenes Gemüse und Gewürze können seitlich am Fermentationsgewicht vorbeischwimmen.

Besser: Lege ein großes, sauberes Kohlblatt auf das Gemüse und setze das Gewicht darauf. Das Blatt hält kleine Stücke zusätzlich zurück und erleichtert es, alles unter der Lake zu halten.

Alles unter der Lake halten

Don’t: Gemüse aus der Lake ragen lassen

Gemüse und Gewürze sollten während der Fermentation vollständig unter der Lake bleiben. Kontakt mit Sauerstoff kann das Wachstum unerwünschter Hefen oder Schimmel begünstigen.

Besser: Verwende ein passendes Fermentationsgewicht und kontrolliere regelmäßig, ob alle Zutaten bedeckt sind. Ein Glasgewicht hält das Gemüse unter der Lake; ein Holzstampfer hilft vorher dabei, geschnittenes Gemüse gleichmäßig ins Glas zu drücken.


Don’t: Bei zu wenig Lake einfach Wasser nachgießen

Reines Wasser kann die Salzkonzentration im Glas verändern und damit das Verhältnis des Rezepts verschieben.

Besser: Falls Flüssigkeit ergänzt werden muss, setze passende Salzlake im Verhältnis des jeweiligen Rezepts an. Ändere die Salzmenge nicht nach Gefühl.

Fermentieren Dont’s: Die häufigsten Fehler & wie du sie vermeidest
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Salz, Essig und Temperatur

Don’t: Zu viel oder zu wenig Salz verwenden

Salz beeinflusst Geschmack, Textur und den Verlauf der Fermentation. Zu viel Salz kann die Fermentation verlangsamen oder hemmen; zu wenig Salz kann die gewünschte Fermentation beeinträchtigen.

Besser: Wiege die Salzmenge genau ab und folge dem Rezept. Die Mengen unterscheiden sich je nach Ferment und Zubereitungsart.


Don’t: Essig zur Lake für ein klassisches Gemüseferment geben

Essig säuert das Gemüse direkt und verändert das Milieu im Glas. Das kann die natürliche Milchsäuregärung beeinflussen.

Besser: Für ein klassisches Gemüseferment arbeite mit der im Rezept angegebenen Salzlake und den natürlich auf dem Gemüse vorkommenden Milchsäurebakterien. Essig gehört nur dazu, wenn das Rezept ausdrücklich danach verlangt.


Don’t: Heißes Gemüse oder heiße Lake einfüllen

Zu hohe Temperaturen können die erwünschten Mikroorganismen beeinträchtigen.

Besser: Verwende kühles oder zimmerwarmes Wasser. Heiße Zutaten oder Lake müssen vor dem Einfüllen vollständig abkühlen.


Don’t: Das Glas in direktes Sonnenlicht stellen

Direkte Sonne kann das Glas erwärmen und die Fermentation ungleichmäßig beschleunigen.

Besser: Stelle das Ferment an einen trockenen, schattigen Ort mit möglichst gleichmäßiger Raumtemperatur.

Ferment kontrollieren und richtig lagern

Don’t: Das Glas ständig öffnen

Jedes Öffnen bringt Luft und möglicherweise Verunreinigungen ins Glas. Häufiges Öffnen ist in der Regel nicht nötig.

Besser: Kontrolliere das Ferment kurz und sauber und probiere es erst ab dem im Rezept empfohlenen Zeitpunkt. Während der aktiven Fermentation hilft ein Fermentierdeckel dabei, mit den entstehenden Gasen umzugehen. Verschließe das Glas in dieser Phase nicht wie ein Vorratsglas luftdicht.


Don’t: Nur auf sichtbare Bläschen achten

Nicht jedes Ferment blubbert deutlich. Die sichtbare Aktivität kann je nach Gemüse, Temperatur, Salzmenge und Deckel unterschiedlich ausfallen. Ferment blubbert nicht heißt also nicht automatisch, dass etwas falsch läuft.

Besser: Beurteile die Entwicklung insgesamt: Halte dich an die Fermentationszeit des Rezepts und achte zusätzlich auf Geruch, Geschmack, Säure und Konsistenz.


Don’t: Zu früh oder zu spät kühlen

Wird das Ferment sehr früh gekühlt, kann sich der Geschmack langsamer entwickeln. Bleibt es nach Erreichen der gewünschten Säure lange bei Raumtemperatur, kann es zunehmend saurer und weicher werden.

Besser: Probiere ab dem im Rezept empfohlenen Zeitpunkt. Wenn Säure und Konsistenz für dich passen, stelle das Glas in den Kühlschrank. So lässt sich das Ferment richtig lagern und der Prozess wird verlangsamt.


Woran erkenne ich ein fertiges oder verdorbenes Ferment?

Ein fertiges Ferment riecht angenehm säuerlich und schmeckt aromatisch, frisch und leicht säuerlich. Bläschen, eine leicht trübe Lake oder etwas Schaum können normale Begleiterscheinungen der Fermentation sein – allein daran lässt sich nicht erkennen, ob ein Ferment fertig ist.

Flaumiger Schimmel, auffällige Verfärbungen oder ein eindeutig fauliger, unangenehmer Geruch sind Warnzeichen. Probiere ein auffälliges Ferment nicht und entsorge es. Weitere Hinweise findest du im Schimmelguide fürs Fermentieren.

Weitere Tipps & Rezepte

Fermentieren leicht gemacht – mit dem passenden Zubehör

Ein sauberes Glas, ein passendes Glasgewicht und ein Fermentier Deckel machen den Einstieg ins Fermentieren im Glas übersichtlicher. Das Gewicht hält Gemüse und Gewürze unter der Lake; der Fermentier Deckel lässt bei der aktiven Fermentation entstehende Gase entweichen. Nach Abschluss der Fermentation kannst du das Glas verschließen und im Kühlschrank lagern.


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Wenn du direkt ein Rezept ausprobieren möchtest, findest du hier weitere Inspiration: fermentiertes Rosenkohl-Kraut mit Ahornsirup und Chili und fermentierte Rote Bete als Salat.


Fermentieren leicht gemacht: Vermeide die häufigsten Fehler und starte mit dem passenden Zubehör sicher in dein eigenes Ferment.

Fermentieren Dont’s: Die häufigsten Fehler & wie du sie vermeidest
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