Kombucha selber machen: Der große Anfänger-Guide für deinen fermentierten Tee

Prickelnd, leicht süß-säuerlich und voller Tradition: Kombucha gehört zu den bekanntesten fermentierten Getränken der Welt. Vielleicht hast du ihn schon im Supermarkt entdeckt oder in deinem Lieblingscafé probiert und dich gefragt: Kann ich Kombucha eigentlich selbst machen?


Die Antwort lautet: Ja – und es ist einfacher, als viele denken. Mit den richtigen Zutaten, etwas Geduld und einem guten Starterset kannst du zuhause deinen eigenen Kombucha herstellen und dabei selbst bestimmen, wie süß, säuerlich oder spritzig er werden soll.


In diesem Leitfaden erfährst du alles, was du für den Einstieg wissen musst: Was Kombucha eigentlich ist, wie die Fermentation funktioniert, was ein SCOBY macht, welche Zutaten du brauchst und wie du Schritt für Schritt deinen ersten Kombucha ansetzt.

Was ist Kombucha?

Kombucha ist ein fermentiertes Teegetränk, das aus Tee, Zucker, Wasser und einer lebenden Kultur aus Hefen und Bakterien hergestellt wird.


Während der Fermentation verwandeln die Mikroorganismen einen Teil des Zuckers in verschiedene organische Säuren und andere Stoffwechselprodukte. Dadurch entsteht der typische Geschmack von Kombucha: leicht süß, angenehm säuerlich und je nach Herstellung auch wunderbar spritzig.


Das Besondere: Kombucha ist ein lebendiges Ferment. Geschmack, Säure und Kohlensäure entwickeln sich mit der Zeit weiter und werden von Faktoren wie Temperatur, Fermentationsdauer und Zutaten beeinflusst.

Woher kommt Kombucha?

Die genaue Herkunft von Kombucha ist nicht eindeutig belegt. Historische Quellen vermuten seinen Ursprung vor vielen Jahrhunderten in Ostasien, von wo aus sich das Getränk über verschiedene Handelswege verbreitete.

Heute wird Kombucha weltweit geschätzt – nicht nur wegen seines besonderen Geschmacks, sondern auch wegen der traditionellen Fermentationsmethode, die ihn zu einem spannenden Fermentier-Projekt für zuhause macht.

Wie funktioniert Kombucha?

Damit aus gesüßtem Tee Kombucha wird, braucht es eine lebende Kultur aus Hefen und Bakterien. Die Hefen beginnen damit, den Zucker im Tee zu verarbeiten. Anschließend nutzen die Bakterien die dabei entstehenden Stoffe weiter und bilden unter anderem die charakteristischen Säuren, die Kombucha seinen typischen Geschmack verleihen.


Gleichzeitig entsteht an der Oberfläche häufig eine neue Schicht – der sogenannte SCOBY.

Je länger der Tee fermentiert, desto weniger süß und desto säuerlicher wird das Ergebnis.


Als grobe Orientierung gilt:

  • 7 Tage: eher mild und leicht süß
  • 8–10 Tage: ausgewogen süß-säuerlich
  • 10–14 Tage: deutlich säuerlicher und intensiver

Da jede Umgebung etwas anders ist, lohnt es sich immer, zwischendurch zu probieren.

Was ist ein SCOBY?

Der Begriff SCOBY steht für: Symbiotic Culture Of Bacteria And Yeast. Auf Deutsch bedeutet das so viel wie: Symbiotische Kultur aus Bakterien und Hefen. Der SCOBY sieht meist aus wie eine beige bis hellbraune, leicht glibberige Scheibe, die an der Oberfläche deines Kombuchas schwimmt.


Viele nennen ihn auch „Kombucha-Pilz“, obwohl er biologisch betrachtet kein Pilz ist.


Der SCOBY übernimmt gemeinsam mit der Starterflüssigkeit die Fermentation und sorgt dafür, dass sich die Mikroorganismen vermehren und den Tee in Kombucha verwandeln.


Wichtig zu wissen:

Nicht nur der sichtbare SCOBY ist entscheidend. Auch die Starterflüssigkeit enthält bereits viele aktive Mikroorganismen und spielt eine wichtige Rolle für einen erfolgreichen Ansatz. Mit der richtigen Starterflüssigkeit entwickelt sich dein SCOBY während der Fermentation ganz von selbst.

Wie bekomme ich einen SCOBY?

Unser Kombucha Starter Set ist der einfachste und sicherste Weg. Du erhältst bereits aktive Starterflüssigkeit und alle Komponenten für den ersten Ansatz. Das Set enthält hitzebeständige Gläser sowie unseren speziellen Deckel, der für die notwendige Luftzirkulation sorgt und gleichzeitig vor Insekten schütz.


So schaffst du optimale Bedingungen für deinen ersten Kombucha.

Welche Zutaten braucht man für Kombucha?

Die Zutatenliste ist überraschend kurz:

  • Wasser bildet die Basis deines Kombuchas. Wichtig ist vor allem, dass der Tee vor dem Hinzufügen der Starterkultur ausreichend abgekühlt ist. Zu hohe Temperaturen können die Mikroorganismen schädigen.
  • Tee liefert wichtige Nährstoffe für die Kultur. Für den Einstieg empfehlen wir schwarzen Tee, da er besonders zuverlässig funktioniert.
    • Geeignet sind beispielsweise:

    • Schwarzer Tee

    • Grüner Tee

    • Mischungen aus schwarzem und grünem Tee

    • Weniger geeignet sind stark aromatisierte Tees oder reine Kräutertees, da sie die Kultur langfristig beeinträchtigen können. Mehr erfährst du hier.
  • Zucker: Eine der häufigsten Fragen lautet: „Kann ich Kombucha ohne Zucker herstellen?“ Die kurze Antwort: Nein.
    • Der Zucker dient den Hefen und Bakterien als Nahrung und ist ein wichtiger Bestandteil der Fermentation.
    • Für Anfänger*innen eignet sich klassischer Haushaltszucker am besten.
    • Alternativen wie Honig, Kokosblütenzucker oder Zuckerersatzstoffe können das Ergebnis verändern und sind für die ersten Ansätze weniger empfehlenswert.
  • Starterflüssigkeit sorgt dafür, dass die Fermentation sicher starten kann.
    • Sie bringt aktive Mikroorganismen mit und schafft ein ausreichend saures Milieu, das unerwünschte Keime verdrängt.
    • Deshalb solltest du bei jedem neuen Ansatz immer einen Teil deines fertigen Kombuchas zurückbehalten.

Kombucha selber machen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Zutaten für den ersten Ansatz


Anleitung

  1. Reinige das Glas und den Deckel gründlich.
  2. Löse 50 g Zucker in 200 ml kochendem Wasser auf.
  3. Füge 2 TL oder 1–2 Teebeutel schwarzen Tee hinzu und lasse ihn etwa 5 Minuten ziehen.
  4. Gib anschließend 700 ml kaltes Wasser hinzu und lasse den Tee auf eine lauwarme Temperatur abkühlen.
  5. Rühre nun 100 ml Kombucha Starter-Flüssigkeit ein.
  6. Verschließe das Glas mit dem Grow Deckel inklusive Abdeckung.
  7. Lasse den Ansatz 7–12 Tage bei Zimmertemperatur und geschützt vor direkter Sonneneinstrahlung fermentieren.
  8. Sobald sich ein SCOBY gebildet hat, bewahrst du etwa 150 ml der Flüssigkeit für den nächsten Ansatz auf. Den restlichen Kombucha kannst du genießen.

Wiederkehrende Fermentation: So setzt du neuen Kombucha an

Sobald dein erster Kombucha fertig ist und sich ein SCOBY gebildet hat, kannst du ihn immer wieder für neue Ansätze verwenden.

Das Schöne daran: Mit jeder Fermentation wird dein SCOBY erfahrener und du kannst kontinuierlich neuen Kombucha herstellen.

Zutaten für 1,5 Liter Kombucha

  • 400 ml Wasser
  • 80 g Zucker
  • 3–4 TL oder 2 Teebeutel schwarzer Tee
  • 1100 ml kaltes Wasser
  • 150 ml Kombucha-Flüssigkeit vom vorherigen Ansatz
  • 1 SCOBY

Anleitung

  1. Löse 80 g Zucker in 400 ml kochendem Wasser auf.
  2. Gib den schwarzen Tee hinzu und lasse ihn etwa 5 Minuten ziehen.
  3. Füge 1100 ml kaltes Wasser hinzu und lasse den Tee abkühlen.
  4. Gib anschließend die 150 ml Kombucha-Flüssigkeit und den SCOBY dazu.
  5. Verschließe das Glas mit dem Grow Deckel inklusive Abdeckung.
  6. Lasse den Ansatz für 7–10 Tage bei Zimmertemperatur fermentieren.
  7. Probiere zwischendurch. Sobald dir der Geschmack gefällt, ist dein Kombucha fertig.

Wann ist Kombucha fertig?

Eine der häufigsten Fragen lautet: „Woher weiß ich, dass mein Kombucha fertig fermentiert ist?“ Die Antwort liegt vor allem im Geschmack.


Frisch angesetzter Kombucha schmeckt zunächst sehr süß. Mit der Zeit wird er zunehmend ausgewogener und entwickelt seine typische leicht säuerliche Note.


Folgende Anzeichen sprechen für einen fertigen Kombucha:

  • angenehm süß-säuerlicher Geschmack
  • leicht fruchtiger oder essigartiger Duft
  • feine Bläschen in der Flüssigkeit
  • sichtbare Aktivität der Kultur
  • ein neuer SCOBY beginnt sich an der Oberfläche zu bilden

Als Orientierung:

  • 7 Tage → eher mild
  • 8–10 Tage → ausgewogen
  • 10–14 Tage → deutlich säuerlicher

Je wärmer der Raum, desto schneller läuft die Fermentation ab.

Muss ich eine Zweitfermentation machen?

Nein. Dein Kombucha ist nach der ersten Fermentation bereits fertig und trinkbar. Viele Kombucha-Fans entscheiden sich trotzdem für eine Zweitfermentation, weil dadurch:

  • mehr Kohlensäure entsteht
  • zusätzliche Aromen eingebracht werden können
  • fruchtige Geschmacksrichtungen möglich werden
  • der Kombucha oft noch spritziger schmeckt

Wenn du deinen Kombucha lieber pur magst, kannst du ihn direkt nach der ersten Fermentation trinken oder im Kühlschrank lagern.


Was ist eine Zweitfermentation?

Bei der Zweitfermentation wird der fertige Kombucha ohne SCOBY in eine verschließbare Flasche gefüllt. Anschließend werden beispielsweise Früchte, Kräuter oder Gewürze hinzugefügt. Die verbleibenden Hefen verarbeiten die zusätzlichen Zucker und produzieren dabei Kohlensäure, die in der verschlossenen Flasche erhalten bleibt. Dadurch entsteht der typische prickelnde Kombucha, den viele aus dem Handel kennen.


So funktioniert die Zweitfermentation

  1. Fülle den fertigen Kombucha in geeignete Flaschen.
  2. Gib Früchte, Saft oder Kräuter hinzu.
  3. Verschließe die Flasche.
  4. Lasse sie 1–2 Tage bei Zimmertemperatur stehen.
  5. Öffne die Flasche mindestens einmal täglich vorsichtig, um überschüssigen Druck entweichen zu lassen.
  6. Anschließend im Kühlschrank lagern.

Beliebte Kombinationen

  • Himbeere & Minze
  • Zitrone & Ingwer
  • Mango & Kurkuma
  • Pfirsich & Rosmarin
  • Erdbeere & Basilikum
  • Apfel & Zimt

Wann kommt Kombucha in den Kühlschrank?

Sobald der Geschmack für dich passt. Die niedrigen Temperaturen verlangsamen die Fermentation deutlich und helfen dabei, Geschmack und Kohlensäure länger zu erhalten. Im Kühlschrank hält sich fertiger Kombucha in der Regel mehrere Wochen. Denke daran, vor dem Abfüllen etwa 150 ml für deinen nächsten Ansatz zurückzubehalten.

SCOBY aufbewahren: So bleibt deine Kultur aktiv

Wenn du nicht sofort neuen Kombucha herstellen möchtest, kannst du deinen SCOBY problemlos lagern. Lege ihn dafür in ein sauberes Glas und bedecke ihn vollständig mit fertigem Kombucha. Wichtig:

  • Der SCOBY sollte niemals austrocknen.
  • Die Flüssigkeit sollte ihn vollständig bedecken.
  • Das Glas sollte sauber sein.
  • Grow Deckel aufsetzen, damit Luft zirkulieren kann

So bleibt deine Kultur geschützt und einsatzbereit.

Was ist ein SCOBY-Hotel?

Mit jeder Fermentation entstehen häufig neue SCOBYs. Wer regelmäßig Kombucha herstellt, sammelt daher schnell mehrere Kulturen.

Ein SCOBY-Hotel ist eine einfache Möglichkeit, diese aufzubewahren. Dabei werden mehrere SCOBYs gemeinsam in einem Glas mit Kombucha-Flüssigkeit gelagert.

Vorteile:

  • Backup-Kultur für den Notfall
  • Aufbewahrung überschüssiger SCOBYs
  • Praktisch bei Fermentationspausen
  • Ideal zum Verschenken einzelner SCOBYs

FAQ: Häufige Fragen zu Kombucha

Die häufigsten Fehler beim Kombucha selber machen

Zu heißer Tee: 

Zu hohe Temperaturen können die Mikroorganismen schädigen. Lass den Tee immer vollständig abkühlen, bevor du Starterflüssigkeit oder SCOBY hinzufügst.

Zu wenig Starterflüssigkeit:

Die Starterflüssigkeit sorgt für einen sicheren Start der Fermentation. Verwende immer die empfohlene Menge.

Zu wenig Zucker

Der Zucker dient als Nahrung für die Kultur. Wird die Menge stark reduziert, kann die Fermentation beeinträchtigt werden.

Direkte Sonneneinstrahlung

Kombucha fermentiert am besten an einem hellen Ort ohne direkte Sonne.

Zu kalte Umgebung

Unter 20 °C läuft die Fermentation oft deutlich langsamer.

Kann ich Kombucha ohne SCOBY herstellen?

Für einen zuverlässigen Ansatz benötigst du mindestens aktive Starterflüssigkeit. Der SCOBY bildet sich daraus mit der Zeit neu.

Welcher Tee eignet sich für Kombucha?

Am einfachsten gelingt Kombucha mit schwarzem oder grünem Tee. Wir haben dir einen ganzen Guide zusammengeschrieben: Hier entlang

Kann ich Honig statt Zucker verwenden?

Für klassische Kombucha-Ansätze empfehlen wir Haushaltszucker. Honig verändert die Fermentation.

Warum braucht Kombucha Zucker?

Der Zucker dient den Hefen und Bakterien als Nahrung und ist ein wichtiger Bestandteil der Fermentation.

Warum bildet sich ein neuer SCOBY?

Das ist ein gutes Zeichen und zeigt, dass die Kultur aktiv arbeitet.

Mein SCOBY sinkt auf den Boden. Ist das normal?

Ja. Ein SCOBY kann schwimmen, sinken oder seitlich im Glas liegen.

Wie erkenne ich Schimmel?

Schimmel ist meist trocken, pelzig oder flaumig und kann grün, blau, schwarz oder weiß erscheinen.

Wie lange hält ein SCOBY?

Bei richtiger Pflege kann ein SCOBY über viele Monate oder sogar Jahre verwendet werden.

Starte jetzt deinen ersten Kombucha

Kombucha selber zu machen ist einfacher, als es auf den ersten Blick wirkt. Mit den richtigen Zutaten, etwas Geduld und einem zuverlässigen Starterset kannst du schon nach wenigen Tagen deinen ersten selbst fermentierten Tee genießen.

Und das Beste: Sobald dein erster SCOBY entstanden ist, kannst du immer wieder neuen Kombucha herstellen und mit verschiedenen Geschmacksrichtungen experimentieren. Mehr Inspiration findest du hier.

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